Jetzt wird der Weltkriegsschutt abgetragen

Im Zweiten Weltkrieg in der Nacht vom 28. auf den 29. März 1942 wurde Lübeck bombardiert, große Teile der Altstadt beschädigt. Der Schutt wurde auf den heutigen Volksfestplatz gebracht. Dort liegt er immer noch. Jetzt wird er - nach 75 Jahren - wieder ausgegraben.



Für den Schutt aus der Altstadt fand man im Jahr 1942 eine pragmatische Lösung. Es gab Schienen von der Innenstadt zu dem späteren Volksfestplatz. Dort wurden viele Tonnen abgelagert. Was noch brauchbar war, wurde wieder verbaut. Auch in vielen Siedlungshäusern aus der Zeit nach dem Krieg steckt noch Material aus der historischen Altstadt.

Die Reste wurden auf dem Platz verteilt, platt gewalzt und mit zehn Zentimeter Erde überdeckt und einigen Asphaltbahnen versehen. Fertig war der Festplatz.

Inzwischen ist klar, dass der Bauschutt stark belastet ist. Es gab viele Bleirohre und auch Strom- und Telefonleitungen in der Stadt. Die Werte an Blei und Giftstoffen sind so hoch, dass die komplette Deponie entsorgt werden muss. Die Dicke der Schuttschicht ist rund 60 Zentimeter stark.

Das wird zum Glück nicht ganz so teuer wie befürchtet. Neue Erde kommt kostengünstig von der Autobahnbaustelle. Sie wurde untersucht und kann für ein neues Wohngebiet verwendet werden.

Bis Ende 2018 soll ein neuer Bebauungsplatz für den Volksfestplatz fertig sein. Geplant sind Einfamilienhäuser und Geschosswohnungsbau.

In den kommenden Monaten wird der Schutt aus der Lübecker Altstadt abgetragen und der Boden ausgetauscht. Fotos: Oliver Klink

In den kommenden Monaten wird der Schutt aus der Lübecker Altstadt abgetragen und der Boden ausgetauscht. Fotos: Oliver Klink

Autor: VG

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Kommentare zu diesem Text:

Apollo schrieb am 19.06.2017 um 11.05 Uhr:
Jetzt sind die Tage wohl gezählt.
Nie wieder einen großen Zirkus,große Veranstaltungen oder ähnliches . War der einzige große Platz in Lübeck Schade Schade

Iak Kubinksi (Neuseeland) schrieb am 19.06.2017 um 14.35 Uhr:
Schade um den Platz. Da war immer eine Bombenstimmung.





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