Lübeck Erleben

Handwerkskammer plant großen Neubau

Die Handwerkskammer Lübeck will in den kommenden Jahren rund 95 Millionen Euro in einen Neubau ihrer Bildungseinrichtungen in Lübeck investieren. Bis 2025 sollen auf einer Fläche von rund fünf Hektar moderne Werkstätten und Theoriearbeitsplätze für die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung sowie für die Weiterbildung entstehen.

Der Baubeginn ist für 2022 geplant. An einem neuen Standort an der Kronsforder Landstraße sollen gleich drei Einrichtungen zusammen untergebracht werden: die Berufsbildungsstätte Travemünde, die Landesberufsschulen der Handwerkskammer Lübeck, soweit sie sich in Travemünde auf dem Priwall befinden, und das Fortbildungszentrum der Handwerkskammer. Die Berufsbildungsstätte Travemünde ist die größte Bildungseinrichtung des Handwerks in Schleswig-Holstein, sie wurde Anfang der 1980er Jahre in Betrieb genommen. Unter dem Dach der Berufsschule sind sieben Landesberufsschulen zusammengefasst, sechs davon haben derzeit ihren Standort genau wie die Berufsbildungsstätte auf dem Priwall. Diese werden an den neuen Standort verlegt. Das Fortbildungszentrum wird seinen jetzigen Standort in der Konstinstraße ebenfalls verlassen und in dem Neubau integriert.

"Es ist das größte Bauvorhaben in der Geschichte der Handwerkskammer Lübeck", sagt Günther Stapelfeldt, Präsident der Handwerkskammer Lübeck. Und weiter: "Gute Ausbildung ist nicht nur die Basis für die Leistungsfähigkeit des Handwerks, sondern für die gesamte regionale Wirtschaft. Die Investition ist daher gut angelegtes Geld, da sie einen entscheidenden Beitrag dazu leisten wird, eine moderne und hochwertige Ausbildung im Handwerk sicherzustellen. Wir sind sehr stolz, ein so zukunftsweisendes Projekt auf den Weg zu bringen."

Die Vollversammlung der Handwerkskammer Lübeck hatte sich bereits auf ihrer Dezembersitzung einstimmig für das Neubauprojekt ausgesprochen. Vorausgegangen war ein mehrjähriger Planungsprozess, bei dem insbesondere auch die Option einer Generalmodernisierung aller Einrichtungen genau geprüft wurde. Dazu gehörte auch ein Variantenvergleich, in dem untersucht wurde, ob es wirtschaftlicher wäre, die Berufsbildungsstätte Travemünde, die Berufsschule der Handwerkskammer auf dem Priwall sowie das Fortbildungszentrum am Standort Konstinstraße jeweils umfassend zu modernisieren oder die beiden Bildungsstätten und die Berufsschule an einem anderen Standort zusammen zu legen und neu zu bauen. Im Ergebnis kam das beauftragte Architekturbüro zu dem Schluss, dass ein Neubau die eindeutig wirtschaftlichere Lösung ist. Diesem Votum folgten nach der Vollversammlung der Kammer auch die Fördermittelgeber von Bund und Land.

Um den Neubau realisieren zu können, erwarb die Kammer Ende Januar ein Areal an der Kronsforder Landstraße im Süden von Lübeck. Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck, zeigte sich erfreut, dass zeitnah ein passendes Grundstück für das Bauvorhaben gefunden werden konnte: "Alle Erfordernisse unseres von den Fördermittelgebern genehmigten Raumkonzeptes lassen sich auf diesem Grundstück realisieren. Durch den Kauf haben wir jetzt Planungssicherheit und können die nächsten Schritte einleiten." Zu den nächsten Schritten gehören weitere Gespräche mit den Fördermittelgebern von Bund und Land. Diese hatten bereits ihre Zustimmung zum Neubauvorhaben signalisiert und positive Signale für eine Förderung gegeben.

Der geplante Neubau ist Teil eines Gesamtkonzeptes der Kammer zur Investition in berufliche Aus- und Weiterbildung, das alle Berufsbildungsstätten der Kammer umfasst. In den Berufsbildungsstätten werden neben Weiterbildung für das Handwerk vor allem die Lehrgänge der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung durchgeführt. Pro Jahr sind das rund 1.300 Lehrgänge mit ca. 13.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Diese Kurse sind eine unverzichtbare Ergänzung zur beruflichen Ausbildung in den Handwerksbetrieben. Obwohl die Kammer in den vergangenen Jahren erhebliche Summen in die Ausstattung und Gebäude investiert hat, sind aufgrund des Alters der Einrichtungen jetzt umfassende Gesamtmodernisierungen beziehungsweise Neubauten notwendig.

Am weitesten vorangeschritten sind die Planungen für die Berufsbildungsstätte Elmshorn. Diese wird während der kommenden zwei Jahre für 9,7 Millionen Euro komplett modernisiert. Nach Abschluss der Arbeiten in Elmshorn soll geprüft werden, ob die Berufsbildungsstätte Kiel einer Gesamtmodernisierung unterzogen wird oder ob sich auch hier ein Neubau als insgesamt wirtschaftlicher erweist. Kammerpräsident Günther Stapelfeldt betont die Wichtigkeit der Investitionsmaßnahmen: "Durch die Investitionen können wir die hohe Qualität der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung weiterhin sicherstellen und schaffen zudem ein optimales Umfeld für innovative Aus- und Weiterbildung."

Die Handwerkskammer plant einen Neubau der Berufsbildungsstätte Travemünde. Foto: Karl Erhard Vögele/Archiv

Die Handwerkskammer plant einen Neubau der Berufsbildungsstätte Travemünde. Foto: Karl Erhard Vögele/Archiv

Autor: HWK

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