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Teurer Grundstücksverkauf für die Stadt

Archiv-Text vom 24.06.2018: Die Stadt hat im Gründungsviertel in der Innenstadt rund 10.000 Quadratmeter Bauland verkauft. Wer meint, dass die Stadtkasse jetzt prall gefüllt ist, wird enttäuscht. Für die Privatisierung des städtischen Eigentums muss der Steuerzahler vermutlich noch 1,15 Millionen Euro drauf legen.

Den Anstoß für das Projekt gab der Bund vor rund zehn Jahren. Er stellte neun Millionen Euro bereit, damit Lübeck sein Gründungsviertel ausgraben kann. Die dortigen Berufsschulen wurden abgerissen. Im Jahr 2009 legten die Archäologen los. Sie benötigten sechs Jahre, um tausende mittelalterlicher Schätze zu bergen. Im Jahr 2015 begann der Verkauf der Grundstücke. Inzwischen gibt es für alle 38 Grundstücke Interessenten. Zwei Parzellen müssen aber vermutlich neu ausgeschrieben werden, da die Anhandgaben zurück gegeben worden sind. Die ersten Bauarbeiten haben begonnen.

Die Bauverwaltung zieht in einem Zwischenbericht eine positive Bilanz. Das komplizierte Projekt läuft ohne Probleme. Außer in einem Punkt: Bisher wurde der Straßenbau zum größten Teil durch die Anlieger finanziert. Inzwischen hat sich die Rechtslage geändert, die Stadt entscheidet über Straßenausbaubeiträge. Und die werden vermutlich nicht mehr erhoben.

Eigentlich waren für das Projekt 3,7 Millionen Euro einkalkuliert, die bereits dort wohnende beziehungsweise Neu-Anwohner für die neuen Straßen zahlen sollten. Fallen die weg, werden aus geplanten 2,5 Millionen Euro Einnahmen ein Verlust von rund 1,15 Millionen Euro. Nicht eingerechnet sind die Kosten für die Verlegung der Berufsschulen, die sich dort befanden. So hat die Erweiterung der Emil-Possehl-Schule außerhalb der Innenstadt rund 14 Millionen Euro gekostet.

Die Privatisierung der städtischen Grundstücke ist für die Stadtkasse offenbar ein schlechtes Geschäft. Foto: Oliver Klink

Die Privatisierung der städtischen Grundstücke ist für die Stadtkasse offenbar ein schlechtes Geschäft. Foto: Oliver Klink

Autor: VG

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