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Lübeck:

Verhaltener Optimismus für den Arbeitsmarkt

Archiv-Text vom 18.12.2018: Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz haben Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz ihre Arbeitsmarkt-Bilanz für das Jahr 2018 vorgestellt und ihre Erwartungen für das Jahr 2019 benannt.

"Ich kann für 2018 eine ausgesprochen positive Bilanz ziehen", sagte Haupt-Koopmann. "So ist die Zahl der Arbeitslosen im Norden im Jahresdurchschnitt auf 86.100 gesunken, ein deutlicher Rückgang um 6.300. Dieser Abbau wäre ohne das hohe Niveau der Arbeitskräftenachfrage und den kontinuierlichen Zuwachs an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen - im September 2018 haben sie zum ersten Mal die Millionengrenze (1.003.800) überschritten - nicht möglich gewesen." Besonders erfreulich sei, dass alle Personen- und Altersgruppen vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitiert hätten. "Ob langzeitarbeitslos oder über 50, ob Ausländer oder mit Handicap, bei allen Gruppen ist die Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich gesunken."

"Auch für 2019 stimmen mich die Vorzeichen - bei allen Unabwägbarkeiten - verhalten optimistisch. Allerdings", so Haupt-Koopmann weiter, "stehen wir vor erheblichen Herausforderungen, die über das kommende Jahr hinausreichen. Ich nenne nur exemplarisch die Themenfelder ‚Fachkräftesicherung‘, ‚Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit‘ sowie ‚Digitalisierung und Qualifizierung‘. Diese Herausforderungen können nur durch die Ausschöpfung aller Arbeitsmarktpotenziale und die enge Kooperation aller Arbeitsmarktpartner gemeistert werden."

Arbeitsminister Buchholz hob hervor, dass die Landesregierung die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt aktiv unterstütze. "So haben wir aus dem Landesprogramm Arbeit bisher mit 48 Projekten die Integration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt unterstützt. Zum 1. Januar 2019 starten 13 neue Modellprojekte für langzeitarbeitslose Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund, aber auch für hier geborene Menschen mit Migrationshintergrund. Die 13 Projekte fördern wir in den nächsten zwei Jahren mit 4,7 Millionen Euro Landes- und ESF-Mitteln."

Die Sicherung des Fachkräftebedarfs sei schon vor dem Hintergrund des demographischen Wandels die zentrale Herausforderung für alle Akteure am Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren. "Neben der nachhaltigen Arbeitsmarktintegration bereits hier lebender Flüchtlinge und Migranten, ist eine gezielte Zuwanderung ausländischer Fachkräfte nötig", so Buchholz. Der vom Bundesinnenministerium vorliegende Referentenentwurf eines Fachkräfteeinwanderungsgesetzes enthalte weiterhin sehr komplexe Verfahren und lasse die nötige Klarheit für interessierte Arbeitnehmer wie Arbeitgeber vermissen, so der Minister.

Neben der aktiven Arbeitsmarktpolitik müssten aber auch die Unternehmen mehr tun, gerade mit Blick auf den Ausbildungsmarkt. "Immer noch gibt es hohe regionale und berufliche Passungsprobleme bei Bewerberinnen und Bewerbern und Ausbildungsplätzen. Hier muss das Informations- und Auswahlverhalten der Betriebe und der Jugendlichen überprüft und mit verbesserter digitaler Präsenz auch für unbekanntere Ausbildungsberufe geworben werden", appellierte Buchholz. Das Land unterstütze auch hier aus dem Landesprogramm Arbeit, beispielsweise mit dem Handlungskonzept PLuS oder der vorgesehenen Gründung des Schleswig-Holsteinischen Instituts für Berufliche Bildung (SHIBB), die Verbesserung des Übergangs von der Schule in den Beruf.

Margit Haupt-Koopmann ist Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit. Foto: Agentur für Arbeit

Margit Haupt-Koopmann ist Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit. Foto: Agentur für Arbeit

Autor: Arbeitsagentur

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