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Gedanken zum Jahreswechsel

Die Rubrik "Gedanken zum Wochenende" übernimmt Ellen Naß, Pastorin im Ruhestand. Sie blickt zurück auf das ablaufende Jahr 2018 mit seinen vielen Ereignissen.

Nächste Woche feiern wir Silvester und Neujahr. 2018 geht zu Ende, 2019 beginnt. Es ist die Zeit, in der Zeitungen, Fernsehen und Radio voll sind mit Jahresrückblicken und mit Voraussagen, was 2019 alles anders sein wird.

Bei einigen Ereignissen das letzten Jahres bin ich erstaunt, dass die tatsächlich erst in den letzten zwölf Monaten geschehen zu sein scheinen, so lange ist es her, so selbstverständlich weiß man darum. Vieles habe ich schlicht vergessen, weil es zwar ein großer Aufreger war, aber letztlich dann völlig unbedeutend.

Wir haben einen neuen Bürgermeister in Lübeck – nach so vielen Jahren ist es erstaunlich, wie schnell wir uns daran gewöhnt haben. Deutschland ist beim Fußball in der Vorrunde ausgeschieden – auch das haben wir überlebt. Angela Merkel ist nicht mehr Vorsitzende der CDU – und auch das ist inzwischen selbstverständlich.

Hier in Schlutup haben wir unseren Supermarkt, die Post und drei Zebrastreifen verloren – das triff uns schon mehr, und wir denken sehnsüchtig an die gute alte Zeit vor 2018 zurück. In anderen Stadtteilen gibt es sicherlich ähnliche einschneidende Ereignisse.

Am besten in Erinnerung bleiben, so stelle ich immer wieder fest, die großen und kleinen Freuden und die großen und kleinen Katastrophen im persönlichen Leben. Hochzeit, ein(e) neue/r Partner(in), ein Kind, vielleicht eine Arbeitsstelle, auch an den Urlaub erinnert man sich gerne. Auf Krankheiten, Streit, Geldprobleme und Zukunftsangst hätte man gerne verzichtet.

Mir hat im letzten Jahr immer wieder die Jahreslosung für 2018 Mut gemacht und Kraft geschenkt:

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Offenbarung 21,6

Gerade in dem heißen Jahrhundertsommer konnte man nachempfinden, was Durst bedeutet, wie man sich sich nach etwas Flüssigem sehnt. In den Durststrecken unseres Lebens verspricht Gott, bei uns zu sein und uns zu helfen.

Das kann ganz unbedeutend erscheinen: ein Mensch, der uns ein freundliches Wort sagt, unvermutete Hilfe, wo keine Hoffnung war. Manchmal ist es auch nur, dass der Blick sich ändert, dass man die guten Dinge, die man über Leid und Kummer vergessen hatte, nun wieder in den Blick bekommt.

Ich weiß nicht, wie es weitergehen wird mit allem, was 2018 geschehen ist, ohne Angela Merkel als Vorsitzende, mit dem neuen Bürgermeister, ohne die Zebrastreifen und mit den Krankheiten des vergangenen Jahres.

Eines aber weiß ich: Gott wird weiter bei uns sein, uns helfen und unseren Lebensdurst stillen, was immer auch geschieht.

Die Jahreslosung für 2019 heißt übrigens: "Suche Frieden und jage ihm nach!" Psalm 34, 15

Ich bin schon ganz gespannt, wie es sich in unserer friedlosen Welt erfüllen wird!

Pastorin i.R. Ellen Naß predigt am Sonntag um 10 Uhr in der Versöhnungskirche in Travemünde.

Pastorin i.R. Ellen Naß predigt am Sonntag um 10 Uhr in der Versöhnungskirche in Travemünde.

Autor: red.

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