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Lübeck:

IHK-Vollversammlung informiert sich über Flughafen-Konzept

Archiv-Text vom 09.04.2019: "Der Einklang von Ökonomie und Ökologie ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für Wirtschaftswachstum und auch Attraktivität und Lebensqualität einer Region", so die Vollversammlung der IHK zu Lübeck. Nach Überzeugung des höchsten IHK-Gremiums berücksichtigt das geltende Recht den Umweltschutz bereits mehr als ausreichend.

"Wir unterstützen daher die Stellungnahme der IHK Nord zu geplanten Änderungen der Aarhus-Konvention und sprechen uns mit Nachdruck gegen die Ausweitung der Klagerechte in Umweltsachen aus", sagte IHK-Präses Friederike C. Kühn in der Sitzung der Vollversammlung. Diese warnte ausdrücklich davor, jedem Einzelnen auch ohne eine unmittelbare Betroffenheit ein Klagerecht einzuräumen und jede staatliche Entscheidung mit beliebigem Bezug zur Umwelt einer nachträglichen Überprüfung preiszugeben.

Seit 1998 regelt die Aarhus-Konvention den Zugang der Öffentlichkeit zu Umweltinformationen, die Öffentlichkeitsbeteiligung im Umweltschutz sowie den Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten. Sie ist als ein gesamteuropäischer Prozess auf der Ebene der UN-Wirtschaftskommission angesiedelt, 40 Staaten sind Vertragspartner. "Das bisherige Verfahren hat sich bewährt. Wenn wir etwas ändern wollen, sollten wir an der Standardisierung von Entscheidungsprozessen im Umweltrecht arbeiten und die Abstimmungsprozesse vor einer Entscheidung optimieren, anstatt im Nachgang die Anfechtungsmöglichkeiten auszuweiten", so Kühn. Entscheidend sei es, dass der Staat und die Wirtschaft handlungsfähig blieben und geplante Projekte verwirklichen könnten, betonte die Präses.

Über die Realisierung eines wichtigen Infrastrukturprojektes berichtete Professor Dr. Jürgen Friedel, Geschäftsführer der Lübecker Stöcker Flughafen GmbH und Co. KG. Auf Einladung der IHK präsentierte er die Zukunftspläne des Betreibers für den Airport in Blankensee. Nach mehreren Verkäufen und Ausstiegen von Investoren und Eigentümern kaufte Euroimmun-Gründer Professor Dr. Winfried Stöcker Mitte 2016 den Flughafen. Seitdem bereitet sein Team die Wiederaufnahme des Passagierverkehrs vor. "Die Region hat Potenzial, der Flughafen gute Perspektiven", sagte Friedel.

"Wir werden den Standort zielgerichtet und konsequent entwickeln." Die Übernahme des Airports durch eine nicht an Entscheidungen der Politik oder eines Aufsichtsrats gebundene Privatperson sei dafür vorteilhaft. Von der Low-cost-Carrier-Strategie der vorherigen Betreiber hat sich die neue Gesellschaft verabschiedet. "Unser Konzept sieht vor, dass wir Mobilität für die Region Lübeck entwickeln. Besonders mit der Qualität unserer Dienstleistungen wollen wir punkten: gute Erreichbarkeit, kurze Wartezeiten, moderne Infrastruktur und exzellenter Service", so Friedel.

Der Flughafen konzentriere sich zukünftig auf drei Geschäftsfelder. Ganz oben stehe der Passagierverkehr, den es etwa ab Mitte 2020 wieder geben soll. Die Akquise bei Fluggesellschaften laufe. Mit der eigenen "Lübeck Air" werde die Stöcker Flughafen GmbH das Angebot ergänzen. Zwei Maschinen habe das Unternehmen bereits, ein weiterer Kauf ist in Planung. Zudem sondiere die Gesellschaft im chinesischen und russischen Markt, um Angebot für einen "Gesundheitstourismus" zu entwickeln. "Auch im Bereich Business Aviation wollen wir uns profilieren. Schon jetzt gibt es bis zu 200 Flugbewegungen am Tag", sagte der Geschäftsführer.

Die Lübecker wollen ihre Dienstleistungen für Geschäftsreisende ausbauen, ihre Flugzeuge vermieten sowie die Wartung der Kunden-Maschinen und die Nutzung der Hangars anbieten. Zudem wolle das Team die Standortentwicklung und damit die Ansiedlung flughafenaffiner Gewerbe auf dem Gelände vorantreiben. Bis zu 100.000 Quadratmeter will das Unternehmen vermieten.

Geplant ist ein neues Terminal mit einem Dach in Form einer Ostseewelle. Außerdem will die Stöcker Flughafen GmbH mehrere Hangars bauen, in denen auch Flugzeuge mit einer Größe des Typs Boeing 737 Platz haben. Bis das soweit ist, entwickelt der Betreiber eine Interimslösung für das Terminal. "Früher stand dort ein Zelt für die Abfertigung der Passagiere. Das ist weg, an seine Stelle kommen drei Hangars, die wir nach der Einweihung des neuen Gebäudes im technischen Bereich nutzen werden", so Friedel.

Präses Kühn sagte dem Geschäftsführer die Begleitung des Vorhabens durch die IHK zu. "Der Flughafen ist eine wichtige Verkehrsinfrastruktur im Nordosten der Metropolregion Hamburg. Wir begrüßen es sehr, dass ein Unternehmer die Initiative zum Erhalt und Ausbau des Airports ergriffen hat", sagte sie

Die IHK unterstützt den Ausbau des Flughafens.

Die IHK unterstützt den Ausbau des Flughafens.

Autor: IHK Lübeck

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