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Lübeck:

Mittelkürzung: Migranten-Forum kritisiert Lübecker AfD scharf

Die Lübecker AfD äußerte sich in der Vergangenheit wiederholt zum Themenkomplex Migration und machte zuletzt ihre Position zur Mittelkürzung für Integrationsmassnahmen klar. Dieses Aussagen will das Forum für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck so nicht stehen lassen. Das Forum wurde im Jahr 2007 gegründet und ist eine außerhalb der Verwaltung der Hansestadt Lübeck geführte Interessenvertretung.

"Angesichts von sich anhäufenden migrationsfeindlichen Beiträgen und Kommentaren, unter anderem seitens der Fraktionsvertreter der AfD in Lübeck, müssen wir in Schleswig-Holstein viel mehr als weniger in Sachen Integration investieren", so Aslanidis, Vorsitzender des Vorstands des Forums für Migrantinnen und Migranten. "Dabei müssen wir weiterhin systematisch und differenziert vorgehen. Dazu gehört auch die politische Bildung."

Bei etwa 53.000 Menschen mit Migrationsgeschichte in der Hansestadt ergäben sich viele spezifische Handlungsfelder und viele Potenziale. "Spracherwerb ergänzt um Mehrsprachigkeit ist eines von ihnen", so Sonja Klüver, stellvertretende Vorsitzende des Vorstands. "Mehrsprachiges Aufwachsen stellt kein Handicap dar, sondern bedeutet eine Bereicherung für das Kind und die Gesellschaft. Bildungsgerechtigkeit kann deshalb unter anderem durch sprachsensiblen Unterricht und die Anerkennung von Mehrsprachigkeit gefördert werden. Es gibt in Lübeck hierfür bereits viele gute Ansätze, aber auch noch viel zu tun", führt sie weiter aus.

Vieles würde auch nicht mehr funktionieren, wenn Menschen mit Migrationshintergrund nicht mit ihren Fähigkeiten, Wissen und Zugängen in Betrieben eingesetzt wären, "beispielsweise würde mancher Krankenhausbetrieb zusammenbrechen" erläutert Spyridon Aslanidis. "Vielfalt, darunter Mehrsprachigkeit, muss auch in der Arbeitswelt gezielt eingesetzt werden. Wir setzen uns dafür ein, diese Ressourcen bewusst wahrzunehmen."

Der Vorstand des Forums stellt klar: "Wenn kommunale Mittel für das Forum, in Höhe von 1500 Euro jährlich, gegenüber Millionenausgaben von Kommune, Land und Bund in anderen Bereichen gestellt werden, ist dies ein Vergleich, der auf mehreren Ebenen hinkt." Gleiches gilt für die Summe der Integrationsmittel gegenüber dem Gesamthaushalt der Hansestadt Lübeck.

"Es ist nicht verantwortungsvoll, Sachverhalte politisch gegeneinander auszuspielen“, betont der zweite stellvertrende Vorsitzende des Vorstands, Aydin Candan. "Sachlich und nüchtern, sollte man sich über wichtige Themen zuerst schlaumachen, bevor man etwas in die Luft freilässt. Die Politik, die die AfD aktuell in Lübeck praktiziert, führt nicht zu einer friedvollen, solidarischen Gesellschaft. Im Gegenteil, solche Mitteilungen hetzen auf und führen zu Spannungen, die erst wieder aus dem Weg geschafft werden müssen, damit Integration gelingen kann" fügt er abschließend hinzu.

Der Vorstand des Forums für Migrantinnen und Migranten fordert ein systematisches und differenziertes Vorgehen. Archivbild: Forum f. M.

Der Vorstand des Forums für Migrantinnen und Migranten fordert ein systematisches und differenziertes Vorgehen. Archivbild: Forum f. M.

Autor: Vorstand Forum f. M./Red

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