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Lübeck - Innenstadt:

Das Geheimnis der Tresore

Im Lübecker Rathaus schlummert ein Geheimnis. Zumindest war das so. Denn seit Jahrzehnten wurden sie nicht mehr geöffnet und niemand kennt ihren Inhalt: die beiden Tresore im Büro der Bürgermeisterkanzlei im Lübecker Rathaus. Keiner der heute dort tätigen Mitarbeiter hat jemals deren Innenleben erblickt. Am Dienstagmorgen, dem 6. August, wurden sie nun geöffnet.


Das Geheimnis ist (zumindest teilweise) gelüftet.

Zwei Tresore standen in dem Büro im ersten Obergeschoss des Lübecker Rathauses. Ein kleiner, offenbar älterer Würfel, und ein Tresor vermutlich aus den 1950 oder 1960 Jahren. Es gab im Vorwege einen Hinweis: In dem großen Tresor lag das Silberbesteck des Senates. Das konnte aber heute nicht mehr im Rathaus liegen, weil es im St. Annen Museum ausgestellt ist. Es blieb also spannend. Auch der Bürgermeister selbst war ahnungslos, wie er einräumte.


Gefunden wurde auch eine Goldmünze des Senats.

Der mediale Andrang war bereits (für Lübecker Verhältnisse) beachtlich, als die Mitarbeiter der Spezialfirma in dunkler Arbeitskleidung anrückten. Dann gab es einen kleinen Dämpfer: Bei den Öffnungsarbeiten selbst durfte die Presse nicht dabei sein. Die Sicherheitsspezialisten wollten nicht öffentlich zeigen, wie man einen Tresor knackt.


Nach längerem Warten im Rathausflur, war kurz nach 9 Uhr dann der Inhalt des kleinen, dunkelgrünen Tresors endlich bekannt: Mehrere silberne Thomas-Mann-Gedenkmünzen, eine goldene Senats-Medaille, Armbinden für die Ordner der Hansestadt Lübeck sowie alte Eintrittskarten für Rathaus-Führungen für "1,50 DM". "Die werden wir benutzen und den Lübeckern Rathaus-Führungen zum Sonderpreis anbieten", sagte Bürgermeister Jan Lindenau. Außerdem kam eine verschlossene Geldkassette zum Vorschein.


Der Inhalt des grünen Tresors ist endlich bekannt.

Der rund eine Tonne schwere und größere ist für die Fachleute auch die deutlich größere Herausforderung. Am frühen Nachmittag wurde auch er geöffnet. Er enthielt Briefumschläge, Akten, ein Stempelkissen und einen Schlüssel für ein Extra-Fach im Tresor. Das enttäuschende Ergebnis: Das zusätzliche Fach war leer.


Die nächste Aufgabe: Bürgermeister Jan Lindenau zeigt die beiden Tresore im Erdgeschoss.

Die Öffnung der beiden Tresore hat rund 500 Euro gekostet. "Es hat sich gelohnt", meint Lindenau. Und auf die Panzerknacker der Firma Lorkowski kommt noch viel Arbeit zu: So stehen im Erdgeschoss des Rathauses noch zwei große Tresore, deren Inhalt unbekannt ist. In einem steckt zwar ein Schlüssel, aber der hat sich verkeilt.

Auch der Bürgermeister war ahnungslos, was den Inhalt der beiden Tresore betraf. Fotos: JW.

Auch der Bürgermeister war ahnungslos, was den Inhalt der beiden Tresore betraf. Fotos: JW.

Autor: VG/MW

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