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Lübeck:

IHK: Neue Modelle gegen Fachkräftemangel

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen blickt die Führungsriege der IHK Lübeck doch einigermaßen hoffnungs- und auch erwartungsvoll in die Zukunft. Das konnte am Dienstag auch mit soliden Zahlen untermauert werden. Frisch aus der Presse wurde der neue IHK-Konjunkturklimaindex präsentiert. Der war jüngst unter die wichtige 100 Grenze bei 200 möglichen Punkten gefallen, hatte sich aber rechtzeitig zum Jahreswechsel wieder erholt und liegt nun bei 101 Zählern.


Hauptgeschäftsführer Lars Schöning, seine Stellvertreter Nils Thoralf Jarck und Rüdiger Schacht gaben am Dienstag zusammen mit Präses Friederike Kühn einen Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung.

Richtig Sorgen bereitet der Kammer weiterhin der sich immer stärker verschärfende Fachkräftemangel. Er bleibe die größte Herausforderung für die Wirtschaft, trotz zurzeit positiver Meldungen vom Arbeitsmarkt. "Im Arbeitsmarkt ist trotz einer saisonabhängigen leichten Zunahme der Erwerbslosigkeit zum Jahresende keine Eintrübung zu spüren. Die Betriebe stellen weiterhin ein, daher haben wir in Schleswig-Holstein immer noch eine rekordverdächtige Beschäftigung", sagte Präses Kühn. Die Hansestadt Lübeck steht mit 6,9 Prozent unter den kreisfreien Städten am besten da und weist den niedrigsten Wert seit fast 40 Jahren auf. Es fällt immer schwerer qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. "Hier setzen wir auf qualifizierte Einwanderung", ergänzte Hauptgeschäftsführer Lars Schöning, "aber nicht nur."

"Brach liegende Potenziale müssen auch gehoben werden", fuhr er fort. Mit zahlreichen Initiativen möchte die Kammer besonders an die Schulen heran. Potenziale sieht man auch in den Familien, die durch neue attraktive Arbeitszeitmodelle die Möglichkeit erhalten sollen, Beruf und Familie besser in Einklang zu bringen. Dieser Ansatz ist auch eine Herzensangelegenheit von Präses Friederike Kühn. Auf ihrem Kongress "Frauen in Führung" wird nach genau solchen Lösungen gesucht und er erfreut sich steigender Beliebtheit. Alle zwei Jahre soll er jetzt in Lübeck abgehalten werden, das nächste Mal im Jahre 2021.

Hier hören Sie ein Interview von Harald Denckmann mit IHK-Präses Friederike Kühn:

Ein Problem des neuen Jahres könnte die EU-Medizinprodukte-Verordnung (Medical Device Regulation, MDR) werden. Diese sieht vor allem erhöhte Anforderungen an das Inverkehrbringen und die Überwachung von Medizinprodukten in der EU vor. "Für die Medizinproduktehersteller im HanseBelt ist es problematisch, dass die Rezertifizierung von Bestandsprodukten nur schleppend vorankommt. Einer der Gründe ist, dass es bislang zu wenig ‚Benannte Stellen‘ nach neuem Recht gibt. Die zusätzlichen Anforderungen der MDR stellen damit nicht nur ein Hemmnis für die künftige Entwicklung der Medizintechnik-Branche dar, sondern können auch zu Engpässen in der Patientenversorgung führen", warnte Präses Kühn.

Weitere Schwerpunkte der IHK im kommenden Jahr sind Innovation, Künstliche Intelligenz, Gründung, Nachfolge, Aus- und Weiterbildung sowie der Ausbau der Infrastruktur. Zu den wichtigen Vorhaben gehören die Elektrifizierung der Bahnstrecke Lübeck–Bad Kleinen und der Ausbau der S-Bahnlinie S4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe, der Weiterbau der Autobahn A 20 einschließlich Elbquerung, der Ausbau der B 404 zur A 21, ebenfalls mit neuer Elbquerung (bei Geesthacht), und der Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals. Priorität habe weiterhin der Bau des Fehmarnbelt-Tunnels mit der Anbindung an das Straßen- und Schienennetz.

Im Original-Ton unterhalb des Bildes hören Sie Auszüge aus der Pressekonferenz.

IHK-Präses Friederike C. Kühn möchte dem Mangel an Fachkräften auch durch neue Arbeitszeitmodelle für Familien begegnen. Fotos, O-Töne: Harald Denckmann

IHK-Präses Friederike C. Kühn möchte dem Mangel an Fachkräften auch durch neue Arbeitszeitmodelle für Familien begegnen. Fotos, O-Töne: Harald Denckmann

Hier hören Sie den Originalton:

Autor: Harald Denckmann/red.

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