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Lübeck:

SPD unterstützt Warnstreik am UKSH

Im Rahmen der stockenden Verhandlungen um einen Tarifvertrag zur Entlastung der Pflegebeschäftigten ist am kommenden Montag ein zweitägiger Warnstreik am UKSH und am ZiP In Kiel und Lübeck geplant. Die Arbeitsgemeinschaft der SozialdemokratInnen im Gesundheitswesen der SPD Lübeck unterstützt den Streik.

"Wir hoffen, dass möglichst viele MitarbeiterInnen aller Berufsgruppen sich mit den streikenden KollegInnen solidarisch zeigen. Ihr Kampf für würdige Arbeitsbedingungen kommt allen MitarbeiterInnen am UKSH und besonders den PatientInnen zugute. Im Namen der Wirtschaftlichkeit werden die Patientenzahlen laufend erhöht - ohne dabei auf einen ausreichenden Pflegeschlüssel von Patienten pro Pflegekraft zu achten. Eine menschenwürdige Versorgung der Patienten ist kaum mehr möglich. Wir erklären uns solidarisch mit der neuen Pflegebewegung am UKSH, die selbst am Rande der eigenen Belastung stehend, mit Blick auf die Ihnen anvertrauten Patienten etwas dringend verbessern möchte, gerade ohne zusätzliche Gefährdung. Gefährdend ist die Ignoranz auf der Seite des Arbeitgebers", so Ingo Schaffenberg, Vorsitzender der ASG.

Das Unternehmen müsse mehr Geld in sein Pflegepersonal und in die Verbesserung der Arbeitsbedingungen stecken. Mehr qualifizierte Pflegekräfte seien besser für alle Beteiligten.

"Wenn aufgrund mangelhafter Personalpolitik Pflegekräfte mehr und mehr Aufgaben bekommen, die sie neben ihrer pflegerischen Tätigkeit zu erledigen haben, geht dies auf Kosten der Patientenversorgung. Wenn es kein vernünftiges Ausfallmanagement gibt, werden die Pflegekräfte überstrapaziert und auf Dauer krank - oder kündigen. Hier muss dringend ein Umdenken stattfinden", so die stellvertretende Vorsitzende der ASG Leonie Neumayer.

Am UKSH mangele es an Wertschätzung der Pflege, die Attraktivität des Berufs habe in den letzten Jahren stark gelitten – und das trotz schon bestehendem Fachkräftemangel. Die Verantwortlichen könnten nicht behaupten, die bestmögliche Versorgung der Patienten auf hohem Niveau gewährleisten zu wollen.

"Wir halten auch vor diesem Hintergrund den Vorwurf an die streikende Belegschaft für eine Unverschämtheit, sie würden die Patientenversorgung gefährden. Das Gegenteil ist der Fall, die PflegerInnen am UKSH sind oft am Ende ihrer Kräfte – das ist ein Hilfeschrei, der dringend gehört werden muss", so das Führungsduo der ASG, Ingo Schaffenberg und Leonie Neumayer abschließend.

Man wünsche den Kollegen von ver.di viel Erfolg in den Tarifverhandlungen und allen KollegInnen in der Pflege viel Kraft für die kommenden Wochen.

Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für SozialdemokratInnen im Gesundheitswesen. Foto: ASG

Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für SozialdemokratInnen im Gesundheitswesen. Foto: ASG

Autor: I. Schaffenberg/Red.

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