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Grüne: Simuliertes Glücksspiel ist gefährlich

Archiv-Text vom 10.03.2020: Die Bürgerschaftsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen freut sich über die große Mehrheit, die die grüne Initiative zu "Simuliertem Glücksspiel" mitgetragen hat. Damit wird jetzt eine Überprüfung von diversen Apps und Plattformen angestoßen.

André Kleyer, Vorsitzender des Schulauschusses und stellvertretender Fraktionsvorsitzender, erklärt dazu:

(")Unzählige Apps haben simuliertes Glücksspiel zum Inhalt und bergen damit große Gefahren gerade junge Menschen an eine Spielsucht heran zu führen. Glücksspiel definiert sich durch drei Faktoren: Man kann reales Geld einsetzen, man kann reales Geld gewinnen und es unterliegt dem Zufall. Damit es als Glücksspiel gilt, womit es dann unter die Altersbeschränkung fällt, müssen zwei dieser Faktoren zutreffen. Simuliertes Glücksspiel fällt bisher nicht unter diese Regelung. Es ist bisher nicht als jugendgefährdend eingestuft, weil man bei diesen Apps zwar reales Geld einsetzen kann, es aber weder dem Zufall unterworfen ist, noch eine Geldausschüttung möglich ist.

Vorrangig ist der Umstand kritisch zu sehen, dass sich solche Spiele direkt an Kinder und Jugendliche wenden: Der Aufbau ist kindgerecht und die Werbeikonen der Branche sind beliebte Stars der jungen Menschen, wohingegen die Betreiber (hier bewusst ungegendert, denn die Erbauer sind ausschließlich Männer) direkt aus dem Onlinecasino oder Wettgeschäft stammen. Man bedient bei solchen einen Glücksspielautomaten, um die Aufgaben des Spiels erfüllen zu können, das Betreiben dieses Automaten wird dann über das Einzahlen realen Geldes unterstützt.

Ein Spiel also, das direkt auf Kinder als Verbrauchergruppe setzt, aber von Wettprofis erdacht wurde und mit Bibi, Pietro und Bohlen in kindgerechter Sprache wirbt. Ein Spiel, das den Kindern und Jugendlichen vorgaukelt, Glücksspiel mache Spaß und man könne damit schnell und erfolgreich reich werden. Ein Spiel, das selbst süchtig macht (O-Ton der Werbung), bei dem junge Menschen viel Geld investieren und welches als letztes Level die Spielhalle anbietet, man dort quasi dort angekommen ist, wo die Betreiber die Konsument*innen haben wollen. So ein Spiel gehört nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen. Simuliertes Glückspiel muss überprüft und dann unter die gleichen Regeln wie reales Glückspiel fallen.(")

Andre Kleyer ist Vorsitzender des Schulausschusses der Bürgerschaft.

Andre Kleyer ist Vorsitzender des Schulausschusses der Bürgerschaft.

Veröffentlicht: 10.03.2020, 17.05 Uhr, Autor: Grüne

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