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Lübeck:

Kalte Nächte - und es bleibt trocken

Volltreffer, das in unserer letzten Prognose für den 21. März angekündigte Hochdruckgebiet mit Kern über Oslo hat sich tatsächlich eingestellt. Was bedeutet das nun für unser Wetter im letzten Drittel des Monats März 2020?



Dazu wollen wir jetzt folgende Anmerkungen machen. Ein Hochdruckgebiet im Norden bedeutet für uns erst einmal Luftmassentransport aus dem Osten. Da ist der Frühling bekanntlich noch nicht so weit fortgeschritten, von daher sind die Winde, die uns in den kommenden Tagen erreichen werden, erst einmal kalt. Dann kommt noch ein anderer Effekt dazu. Im Hochdruckgebiet haben wir tendenziell Wolkenauflösung. Das heißt nun nicht, dass wir gar keine Bewölkung haben. Durch angrenzende Tiefdruckgebiete und Höheneinflüsse kommt es auch im Hoch immer mal wieder zu Wolkenbildung, aber in den kommenden Tagen werden wir es meist mit sternenklaren Nächten zu tun haben, am Tag scheint dafür zum Ausgleich öfter mal die Sonne.



Es wird also eine recht hohe Tagesamplitude geben. Die Nächte können heruntergehen auf etwa drei bis fünf Grad Minustemperaturen, die Tage werden, mit schon recht kräftigem Sonnenschein, eine Aufwärmung bis etwa +10 Grad bringen. Die tägliche Temperaturdifferenz wird demnach etwa fünfzehn Grad betragen. Dazu weht ein recht frischer Ost bis Nordostwind mit Stärken im Bereich von 3 bis 5 Bft. Die gute Nachricht: Regen werden wir bei dieser Ausgangslage von Frühlingsanfang bis zum Ende des Monats nicht zu erwarten haben. So wie es im Moment aussieht, werden sich die ersten Regenwolken erst wieder Anfang April bei uns einstellen, und dann auch nur sehr zögerlich.



Freuen wir uns also, dass diese Drucklage, wie sie in der kommenden Woche herrschen wird, uns erst jetzt zum Frühlingsanfang erreicht. Seit dem 20. März, 4.49 Uhr Lübeck Ortszeit, befinden wir uns jetzt auch ganz offiziell im astronomischen Frühling. Die Sonne steht momentan mittags genau senkrecht über dem Äquator und erreicht damit bei uns in Lübeck eine Mittagshöhe von 36° über dem Horizont.

Dadurch wird es tagsüber warm im Hochdruckgebiet. Im Januar oder Anfang Februar hätten wir sonst alle Chancen gehabt, dass die Lübecker Bucht noch überfriert, jetzt können wir aber damit rechnen, dass die Ostsee nur noch leicht abkühlt in der kommenden Woche. Zurzeit hält sie sich noch bei etwa +4° bis +5° C. Durch diesen wärmenden Effekt der Ostsee wird es bei uns auch nachts nicht ganz so kalt wie im restlichen Deutschland. In den Mittelgebirgen und im Süden wird es wohl heruntergehen bis auf Werte um -10°C.



Länger als etwa eine Woche wird der angekündigte Frühjahrs-Kälteeinbruch auch nicht andauern. Frühlingshafte Temperaturen und wahrscheinlich schöne Tage warten bereits am Ende des Monats auf uns. Dann sollten eigentlich Hunde und Pferde wieder von den Stränden verschwinden, damit Strandkörbe, Badegäste und vor allem Kinder wieder die Ostseestrände übernehmen. Die sind aber für Touristen im Moment verboten. Hoffentlich halten sich alle daran, denn wenn man jetzt vernünftig ist und die ernsten Warnungen der Regierungsstellen befolgt, sollten wir es eigentlich schaffen, ohne Ausgangssperre davonzukommen. Das erfordert nichts weiter als Einsicht in die momentanen Notwendigkeiten. Die sind auch nicht so schwer zu befolgen. Abstand zu Mitbürgern halten - oft die Hände waschen - sich nach Möglichkeit nicht ins Gesicht fassen, sind Regeln, die wirklich nicht so schwer zu befolgen sind. Und im Übrigen ist genug Klopapier für alle da. Wer sich nicht vor dem Supermarkt ins Gedränge stellen möchte, und das sollte man wirklich nicht tun, bekommt es auch jetzt noch im Internet zu normalen Preisen. 192 Rollen gibt es nach heutigem Stand für etwa 50 Euro. Das sind 26 Cent pro Rolle. Und dafür braucht man sich nicht einmal zu schlagen. Die Palette wird ganz komfortabel zuhause angeliefert. Und sollte es wirklich einmal ausgehen, dann gibt es auch immer noch Wasser und Seife.

Der Sonnenaufgang am Samstag zeigt die Tendenz: Wir haben eine stabile Hochdrucklage. Grafik: Harald Denckmann, Fotos: Karl Erhard Vögele

Der Sonnenaufgang am Samstag zeigt die Tendenz: Wir haben eine stabile Hochdrucklage. Grafik: Harald Denckmann, Fotos: Karl Erhard Vögele

Autor: Harald Denckmann

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