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Schleswig-Holstein:

Schleswig-Holstein: Protection Plan in der Pflege

Archiv-Text vom 27.03.2020: „Mit voranschreitender Zirkulation des Coronavirus rückt der Schutz besonders gefährdeter Gruppen zunehmend in den Fokus“, betont Gesundheitsminister Heiner Garg am Freitag, 27. März 2020. Der derzeit stattfindende Übergang in diese zweite Phase des Pandemieplans ist fließend.

„Jede Person sollte dazu beitragen, alte Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen zu schützen. Das beinhaltet den Verzicht auf Besuche, besonders in Pflegeeinrichtungen, aber auch in der eigenen Verwandtschaft“. Einkäufe können beispielsweise vor die Tür gestellt werden, wie das derzeit auch schon in Schleswig-Holstein unter anderem durch Nachbarschaftshilfe vorbildlich praktiziert wird.

Für den Bereich der Pflege und Eingliederungshilfe hat das Land jetzt im Zuge des Übergangs von der Phase der Isolation von Covid19-Patientinnen und Patienten hin zu der Phase des Schutzes besonders gefährdeter Gruppen die Empfehlungen und Leitlinien erweitert. Dieser sogenannte Protection-Plan inklusive Merk-Infoblätter zum Ausdrucken ist heute an die Beteiligten im Land vermailt worden und wird online unter schleswig-holstein.de/protection-plan eingestellt. Der Plan soll den beteiligten Pflege- und Betreuungskräften Orientierung geben. „Pflegekräfte arbeiten derzeit unter erschwerten Bedingungen, unter anderem aufgrund des weltweiten Engpasses an Schutzkleidung. Ihr Einsatz verdient höchste Anerkennung. Zugleich müssen wir Orientierung geben, wie mit der schwierigen Situation bestmöglich umzugehen ist“, so Minister Garg.

Dazu dient der Protection-Plan, zu dessen Zielen/ Leitlinien unter anderem gehört:

• Besonderen Schutz bedürfen insbesondere ältere Menschen mit Pflegebedarf oder Behinderungen und mit Vorerkrankungen, z. B. Herz- Kreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems.
• Um Infektionsketten zu unterbrechen, zu vermeiden oder zu verzögern, gilt grundsätzlich ein striktes Besuchsverbot in den Einrichtungen der Pflege nach dem SGB XI und Leistungsangeboten der Eingliederungshilfe nach dem SGB IX. Ausnahmen sind nur nach strenger Prüfung im Einzelfall zulässig. Hierbei gilt es, besonders auf den Schutz der übrigen Bewohner und der Mitarbeiter der Einrichtung zu achten.
• Hygiene-Maßnahmen beachten. Vor dem Hintergrund, dass es weltweit derzeit an Masken/Schutzausrüstung (PSA) mangelt, wird auf die Empfehlungen des Robert Koch Instituts zu Hygienemaßnahmen bei Mangel an PSA hingewiesen.
• Aussetzung von Anforderung an die personelle Ausstattung der Einrichtungen (Fachkräftequote) in Notsituationen, z.B. aufgrund von Erkrankungen oder Quarantänemaßnahmen
• Wenn vor Ort möglich, räumliche Trennung von COVID-19-erkrankten Bewohner, Bewohner unter Verdacht einer Erkrankung und gesunde Bewohnern.
• Möglichst Kohortenisolierung (gemeinsame Isolierung mehrerer Erkrankter), wenn bei einem COVID-19-Ausbruchsgeschehen nicht ausreichend Einzelräume zur Verfügung stehen oder die gleichartige Versorgung der Erkrankten in der Isolierung einfacher möglich ist.
• Möglichst separater Einsatz von Personal zur Versorgung von COVID-19-erkrankten Personen, welches von der Versorgung anderer Bewohner*innen freigestellt wird
• Beobachtung des Gesundheitszustandes des eingesetzten Personals sowie der Bewohner (Tagebuch)
• Sofern räumlich möglich auch präventive Kohortenbildung, also möglichst keine Kontakte von Personal und Bewohnern zwischen unterschiedlichen Wohngruppen/ Bereichen.

Schleswig-Holstein geht fließend in die zweite Phase des Pandemieplans über.

Schleswig-Holstein geht fließend in die zweite Phase des Pandemieplans über.

Veröffentlicht: 27.03.2020, 16.42 Uhr, Autor: Stk.

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