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Vorwerker Diakonie: Diskussion über Corona- Einschränkungen

Archiv-Text vom 08.06.2020: Die Corona-Pandemie hat viele Angebote der Vorwerker Diakonie weiterhin fest im Griff: In den Pflegeeinrichtungen der Seniorenpflege und der Behindertenhilfe wurde das Betretungsverbot seitens der Behörden zwar gelockert, aber die Schutzmaßnahmen ermöglichen weiterhin nur einen sehr begrenzten Kontakt zwischen den Bewohnern mit ihren Angehörigen.

„Wir brauchen eine breite gesellschaftliche Diskussion darüber, wie lange die Einschränkungen noch haltbar sind und wie wir hiermit in Zukunft umgehen wollen – auch weil die Infektionsrate in der Region aktuell sehr niedrig ist“, sagt Fred Mente, Geschäftsführer der Vorwerker Diakonie. „Eine Alleinverantwortung seitens der Einrichtungsträger kann es aber nicht geben“, so Mente weiter.

Der Hintergrund: Bewohnerinnen und Bewohner und ihre Angehörigen zeigen immer mehr Unverständnis darüber, dass sie sich immer noch nicht so treffen dürfen, wie sie es vor Corona gewohnt waren. „Die Beschwerden über die strengen Schutzmaßnahmen nehmen zu“, berichtet Mente. Auch die Mitarbeitenden kommen an ihre Grenzen. „Nach so vielen Wochen des Ausnahmezustands spüren auch sie die zusätzlichen Belastungen durch Corona immer stärker“, so Mente.

Am Beispiel der Seniorenpflegeeinrichtungen wird die schwierige Situation besonders deutlich: „Wir nehmen wahr, wie sehr die Corona-Abstandsregelungen die Bewohnerinnen und Bewohner und ihre Angehörigen belasten. Der Schutz der uns anvertrauten Menschen steht selbstverständlich an erster Stelle. Gleichzeitig geraten sie immer weiter in Isolation, wenn sie ihren Angehörigen immer noch nicht so nah sein dürfen, wie sie es kennen und auch brauchen – jeder weiß, wie wichtig Körperkontakt mit seinen Liebsten ist“, sagt Doreen Boniakowsky, Geschäftsbereichsleiterin der Seniorenpflege in der Vorwerker Diakonie. „Auch unseren Mitarbeitenden fällt es extrem schwer mitanzusehen, wie die Betroffenen unter der Situation leiden – und sie immer wieder an die strengen Vorgaben der Behörden zu erinnern“, ergänzt Boniakowsky.

Die aktuellen Entscheidungen der schleswig-holsteinischen Politik erweitern die Besuchsmöglichkeiten nur in geringem Umfang. „Es bleibt bei strengen Auflagen – Besuchsmöglichkeiten sind lediglich verpflichtend. Neu ist außerdem, dass statt einer Person ab dem 15. Juni auch zwei Personen zu Besuch kommen dürfen“, erläutert Mente.

Nach wie vor ist der Besuch von Verwandten nur sehr begrenzt möglich.

Nach wie vor ist der Besuch von Verwandten nur sehr begrenzt möglich.

Veröffentlicht: 08.06.2020, 15.00 Uhr, Autor: Melina Ottensmeier

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