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Lübeck:

Kein neuer Drogentreff in Lübeck

Archiv-Text vom 16.06.2020: In den vergangenen Wochen meldeten sich Politiker zu Wort, die eine Verlagerung der Drogenszene vom Krähenteich in die Sandstraße kritisierten. Die AWO Drogenhilfe kann das nicht bestätigen. Die Szene dort sei ungefähr gleich geblieben. Auch Stadt und Polizei melden keine neuen Schwerpunkte, wie es sie bis Jahresanfang am Krähenteich gab.

„Die Anzahl der Personen am Klingenberg hat sich im Vergleich zu den Vorjahren nicht großartig verändert. Im Schnitt halten sich dort rund 15 bis 20 Lübecker Bürger mit unterschiedlichen Suchterkrankungen wie Alkohol und Betäubungsmittel und Hintergründen wie zum Beispiel Obdachlosigkeit auf. Im Sommer und in Zeiten der Corona-Pandemie und der aufgrund dessen geschlossener Anlaufstellen, kann die Anzahl auch mal höher sein. An manchen Tagen sind aber auch nur bis fünf Menschen vor Ort. Die aktuelle Situation ist nicht annähernd mit der Lage vor der Räumung des Krähenteichs vergleichbar", so Karin Mechnich, Leiterin der AWO Drogenhilfe.

Zur Unterstützung der Suchterkrankten in Lübeck sind die Streetworker der AWO, auch während der Corona-Pandemie, von Montag bis Freitag unterwegs und durchqueren auf ihrer Route die gesamte Innenstadt. Der Klingenberg wird in der Regel zweimal am Tag, am Vor- und Nachmittag, aufgesucht. Das neue Street Mobil ist seit dem 26. Mai 2020 zusätzlich täglich im Einsatz - die Route führt vom ZOB zum Klingenberg und dann in die an die Altstadt angrenzenden Gebiete. Die Streetworker sind für Außenstehende bewusst nicht als solche zu erkennen. Hintergrund ist, dass die Klientel zu den Streetworkern Vertrauen fassen soll und sich mit ihren Anliegen entsprechend an sie wendet.

"Die Situation am Klingenberg ist nach wie vor eine andere, als es die Drogenszene am Krähenteich mit all ihren negativen Begleiterscheinungen war. Dieses gilt sowohl für die damit verbundenen Erscheinungsformen als auch Zusammensetzungen. Es ist nicht Ziel der Sicherheitspartnerschaft, drogensüchtige, kranke Menschen aus Lübeck zu verdrängen. Wir konzentrieren uns verstärkt auf die Dealer, sowie den Handel und Konsum von Betäubungsmitteln im öffentlichen Raum", resümiert Norbert Trabs, Leiter der Polizeidirektion Lübeck.

"Die Sicherheitspartnerschaft hat sich bewährt, weil es gelingt, den Dreiklang aus Prävention, Hilfe und Repression gemeinsam zielgerichtet zu organisieren. Die Sicherheitspartnerschaft ist nicht beendet, sondern besteht fort. Das gemeinsame Umsetzungskonzept vom April dieses Jahres zeigt den Weg auf, den wir gemeinsam weiter gehen wollen. Der nächste Schritt ist die Verlagerung des Anlaufortes Tea&Talk, bei dem die Bedürfnisse der suchtkranken Menschen berücksichtigt werden. Neben Beratung, Spritzentausch und Treffpunkt mit Außenfläche soll auch eine Substitutionsambulanz entstehen. Die Umsetzung wird derzeit vorbereitet. Ferner werden wir uns auch dem Thema Alkoholkonsum im öffentlichen Raum widmen", erklären Bürgermeister Jan Lindenau, Innensenator Ludger Hinsen und Sozialsenator Sven Schindler gemeinsam. Auch in der Verwaltung werden die Zuständigkeiten intensiver verzahnt.

Nach Angaben der Streetworker hat sich die Szene am Klingenberg nicht verändert. Foto: JW

Nach Angaben der Streetworker hat sich die Szene am Klingenberg nicht verändert. Foto: JW

Veröffentlicht: 16.06.2020, 14.51 Uhr, Autor: Presseamt Lübeck/red.

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